Hautkrebszentrum

Chirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Robert Grützmann, MBA

Melanom

Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor, der aus den pigmenttragenden Zellen der Haut entsteht. Eine Bildung ist überall am Körper möglich, auch unter den Finger- und Zehennägeln. Das maligne Melanom gehört zu den Malignomen mit der höchsten Zuwachsrate in der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten. Die initiale Behandlung erfolgt dabei durch einen Dermatologen. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen erfolgt dann die weitere Therapie als multimodales Konzept, bei welchem Chirurgen und Dermatologen zusammen die nächsten Schritte erarbeiten.

Therapie: Bei Verdacht auf ein malignes Melanom sollte die komplette Läsion knapp im Gesunden exzidiert werden. Anschließend erfolgt nach histologischer Bestätigung der Diagnose ein weiteres differenziertes Vorgehen. Überschreitet der Tumor eine bestimmte Dicke, ist eine Nachresektion und Lymphknotenbiopsie zu empfehlen. Hier erfolgt nun die chirurgische Vorstellung.

Wächterlymphknotenbiopsie (Sentinel Node Biopsie, SNB): Sinn der gezielten Wächterlymphknotenentfernung ist es, bei äußerlich unauffälligem Lymphknotenbefund eine frühe Streuung des malignen Melanoms in die Lymphknoten nachzuweisen bzw. auszuschließen. Ist der Wächterlymphknoten frei von einem relevanten Tumorzellbefall, so ist vorerst keine weitere operative Therapie notwendig, sondern lediglich die regelmäßige Tumornachsorge. Über weitere zusätzliche medikamentöse Maßnahmen wird individuell entschieden. Bei dem Wächterlymphknoten handelt es sich um den ersten Lymphknoten, der als Filter vom Tumor aus angesehen wird.

Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit Streuung in weitere regionale Lymphknoten wird die Lymphknotendissektion empfohlen. Hierbei handelt es sich um die komplette Entfernung des Lymphknotenpaketes in einem Abflussgebiet (z.B. Achsel oder Leiste). Nach Entfernung der Lymphkoten werden intraoperativ meist mehrere Drainagen eingelegt, um die Lymphflüssigkeit aus dem Wundgebiet abzuleiten.

Ein Sonderfall ist die Hypertherme Extremitätenperfusion (Isolated Limb Perfusion, ILP). Bei Patienten mit multiplen, rasch rezidivierenden Haut- und subcutanen Metastasen an einer Gliedmaße, die chirurgisch nicht komplett entfernt werden können, kann evtl. eine isolierte hypertherme Extremitätenperfusion durchgeführt werden. Hierbei wird die Extremität vom restlichen Körperkreislauf mithilfe einer Herz-Lungen-Maschine abgekoppelt, auf ca. 40°C erwärmt und mit einem hoch dosierten Medikament (Zytostatikum) durchgespült. Bei ca. 80% der Patienten kommt es zum Ansprechen der Metastasen auf diese spezielle Behandlungsmethode. Langfristige Dauerheilungen sind dadurch möglich.

Wichtig ist ein für jeden Patienten angepasstes Therapiekonzept. Die Chirurgische Klinik arbeitet in engem Kontakt mit der Hautklinik der Universitätsklinikums. Es finden regelmäßig gemeinsame Tumorboards statt, in denen interdisziplinär die Therapien für Patienten mit malignen Melanomen individuell besprochen werden.

 
Sprecher des Zentrums
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