Entzündliche Erkrankung

Chirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Robert Grützmann, MBA

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Hintergrund: Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist durch massive Oberbauchschmerzen geprägt, die ggf. mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Diese Schmerzen werden als "gürtelförmig" beschrieben. Bei einer solchen akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind die vom Pankreas produzierten Verdauungsenzyme auch im Blutkreislauf nachweisbar. Auch die im Blut zu messenden Entzündungswerte sind in aller Regel erhöht.

Ursache für eine solche akute Bauchspeicheldrüsenentzündung können zum einen Gallensteine sein, die aus der Gallenblase in den Hauptgallengang gewandert sind, zum anderen ist aber auch Alkoholkonsum der Auslöser. Andere Ursachen sind eher selten.

Eine solche akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann in einer milden Form bis hin zu einer schweren, Gewebsuntergang produzierenden Form vorliegen. Eine Pankreatitis mit Gewebsverlust wird als "nekrotisierend" bezeichnet.

Eine chronische Pankreatitis ist durch immer wieder auftretende Schmerzen im mittleren Oberbauch charakterisiert, die in den Rücken ausstrahlen können, und verläuft in irreversiblen chronisch-entzündlichen Schüben. Diese verursachen den Untergang des Drüsengewebes, das durch Bindegewebe ersetzt wird.

In der Folge kommt es zu einer Schädigung sowohl des exokrinen als auch des endokrinen Anteils der Bauchspeicheldrüse mit dem Auftreten eines Diabetes mellitus.

Eine chronische Pankreatitis kann durch Alkoholmissbrauch entstehen; jedoch ist dies nicht der alleinige Auslöser. Alkohol ist zwar ein häufiger, aber insgesamt schwacher Risikofaktor für diese Erkrankung. Daneben ist das Rauchen als negative Einflussgröße wissenschaftlich belegt und auch genetische Faktoren spielen eine Rolle.

Als Leitsymptome der chronischen Pankreatitis werden immer wieder auftretende, oft gürtelförmige Schmerzen im Oberbauch genannt sowie Gewichtsverlust und fettige Stühle.

Diagnostik: Die Diagnostik der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung wird durch die Symptome des Patienten geprägt; der Nachweis gelingt durch laborchemische wie auch bildgebende Verfahren. Zur Diagnostik wird zunächst der Ultraschall (Sonografie) angewendet; in der Regel muss jedoch bei schweren Verlaufsformen eine Computertomografie (CT) eingesetzt werden, um ggf. den Gewebsuntergang nachweisen oder ausschließen zu können.

In Abhängigkeit von diesen Untersuchungen kann es notwendig werden, durch endoskopische Verfahren den Hauptgallengang sowie den Pankreasgang darzustellen. Dies erfolgt durch eine Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie (MRCP), eine endoskopische Sonografie oder eine endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP).

Therapie: Die Therapie der akuten Pankreatitis wird in aller Regel konservativ, d.h. nicht operativ durchgeführt. Nahrungskarenz, Infusions- und Schmerztherapie sind die primären Maßnahmen. Nur bei sehr schweren Bauchspeicheldrüsenentzündungen mit Gewebsuntergang kann ggf. eine Operation mit Entfernung der abgestorbenen Bauchspeicheldrüsenanteile notwendig werden.

Eine chronische Pankreatitis wird vorzugsweise konservativ behandelt. Hierzu werden die Schmerzen therapeutisch angegangen, die Blutzuckerkrankheit behandelt sowie bei Verdauungsproblemen Enzyme verabreicht und eine Alkoholabstinenz empfohlen. Des Weiteren kommen internistische Maßnahmen hinzu wie eine endoskopische Einlage von Röhrchen (Stent) in Pankreas- und Gallengang.

Eine Operation ist dann anzuraten, wenn die weiterhin auftretenden Schmerzen nicht ausreichend behandelbar sind oder eine bösartige Erkrankung wie Bauchspeicheldrüsenkrebs vermutet wird.

Zur chirurgischen Behandlung der chronischen Pankreatitis gibt es verschiedene Operationsverfahren: zum einen die Ableit-Operationen, wenn sich Zysten gebildet haben, oder Ableit-Operationen zum Hauptpankreasgang. Zum anderen sind Teilentfernungen der Bauchspeicheldrüse möglich. Hier kommen Pankreaslinksresektionen, aber auch pyloruserhaltende Pankreaskopfresektionen zur Anwendung. Im Regelfall wird die duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion mit oder ohne Ableitung der Gallenwege eingesetzt.

Besonderheiten: Durch eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, insbesondere wenn diese mehrfach auftritt, sind Störungen des exokrinen (Verdauungsfunktion) und endokrinen (Zuckerhaushalt) Anteils der Bauchspeicheldrüse möglich, die dann durch Medikamente behandelt werden können.

Infolge einer chronischen Entzündung des Pankreas kann auch ein bösartiger Pankreastumor entstehen.

Sprechstunde: Die Pankreas-Sprechstunde (Leitung PD Dr. G. Weber, Prof. Dr. P. Klein) findet freitags von 11.00 bis 15.00 Uhr statt. In Notfällen außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an die Chirurgische Hochschulambulanz.

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