Leber

Chirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Robert Grützmann, MBA

Lebererkrankungen

Die Leber des Menschen ist ein lebenswichtiges Organ. Sie ist die "Stoffwechselfabrik" des menschlichen Körpers. Fast das gesamte Blut, welches durch unsere Darmschleimhäute fließt und somit mit der "Außenwelt" Kontakt hat und die Nährstoffe aus der Nahrung transportiert, wird, bevor es wieder in den Blutkreislauf eintritt, durch die Leber gefiltert. Hierbei werden die Nährstoffe (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate), Vitamine und Spurenelemente aus dem Blut gezogen und in der Leber umgewandelt oder gespeichert. Giftstoffe, aber auch Arzneien werden ebenfalls dem Blut entzogen und durch chemische Umwandlung unschädlich gemacht. Einige dieser Giftstoffe sowie Verdauungssäfte zur Fettaufnahme werden mit der Gallenflüssigkeit in den Darm ausgeschieden. Die Leber stellt auch viele Proteine und andere Stoffe wie Albumin, Gerinnungsfaktoren, Transporteiweiße und Abwehrstoffe her, die dann zusammen mit den relevanten Nährstoffen über das Blut an den Körper gegeben werden.

Im täglichen Leben benötigt die Leber nur 10 - 20 % ihrer Funktion, der Rest steht für erhöhte Anforderungen im Rahmen von akuten Erkrankungen, z.B. bei Vergiftungen, zur Verfügung. Das bedingt, dass die Leber viele Probleme selbstständig kompensieren kann; allerdings macht es dies auch schwierig, Lebererkrankungen früh zu erkennen. Meist kommt es erst bei fortgeschrittenen Leiden zu klaren Symptomen. Auch ist die Leber selbst nicht sehr schmerzempfindlich und kann deshalb oft keine frühen Warnsignale an den Körper abgeben.

Lebererkrankungen sind keineswegs selten. Gerade die alkoholische Leberkrankheit und die viral bedingten Leberentzündungen sind durchaus häufig (so sind weltweit ca. 400 Mio. Menschen mit Hepatitis B infiziert!). In der Todesursachenstatistik liegen Lebererkrankungen (Krebserkrankungen nicht mitgezählt) immerhin auf dem 9. Platz.

In Folge stellen wir Ihnen eine Auswahl von chirurgisch relevanten Lebererkrankungen dar.