Divertikelkrankheit

Chirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Robert Grützmann, MBA

Divertikelkrankheit (Divertikulose, Divertikulitis)

Divertikel sind Aussackungen des Darms, die prinzipiell in allen Darmabschnitten vorkommen können. Am häufigsten sind sie im Dickdarm anzutreffen, dort vor allem im S-Darm (Sigma).

Dickdarmdivertikel sind eine Zivilisationskrankheit; die Ursachen für ihre Ausbildung sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Ein Grund ist in einer ballaststoffarmen Ernährung zu sehen. In höherem Alter kommen diese Divertikel gehäuft vor; trotzdem werden sie auch immer wieder bei jüngeren Patienten diagnostiziert.

Das Vorhandensein von Divertikeln hat selbst noch keinen Krankheitswert; man spricht hier von "Divertikulose". Da Stuhl in solche Aussackungen gedrückt wird, können sich diese Divertikel aber entzünden. In diesem Fall liegt eine "Divertikulitis" vor.

Es gibt viele Schweregrade der Divertikulitis. Da sich die Entzündungen meistens im S-Darm (Sigma) befinden, haben die Patienten unterschiedlich starke linksseitige Unterbauchschmerzen. Je nachdem, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist, wird die Behandlung ambulant mit Antibiotikagaben durchgeführt oder stationär mit Antibiotika- und Flüssigkeitsinfusionen. Eine Computertomografie (CT) des Bauchraumes gibt Aufschlüsse über das Ausmaß der Entzündung. Ist diese nur auf die Darmwand beschränkt, so ist eine konservative Therapie aussichtsreich. Kam es bereits zu einem Durchbruch der Entzündung mit einer Abszessbildung in der Nähe des Darms, ist eine operative Sanierung nicht ausgeschlossen. Jedoch ist man in den letzten Jahren mit der Entscheidung zu einer operativen Beseitigung des divertikeltragenden Darmabschnittes insgesamt deutlich zurückhaltender geworden. Ist die Operation unvermeidbar, wird bei einer Sigma-Divertikulitis eine Sigmaresektion durchgeführt. Dabei wird der erkrankte Darmabschnitt entfernt und die Darmenden werden durch eine Naht verbunden. Dies ist meist minimalinvasiv möglich.

 
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